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Coaching im Kinderklinikum Passau

Uwe Linke, Dipl. Prozessberater, HP,
Businesscoach in München

 

Eines Tages kam ein Anruf von einer Frau Rohrhofer, die mich mit sympathischer Stimme fragte, ob ich einen Coachingauftrag übernehmen könnte. Kritisch, aber sehr freundlich , prüfte sie meine Qualifikation als Coach und Prozessberater ab und erkundigte sich nach meiner Erfahrung als Trainer in Unternehmen. Es handle sich um einen Coachingauftrag für einen Oberarzt und eine Stationsleitung in einem Klinikum in meiner Nähe.

Letztlich bekam ich den Auftrag, weil ich seit über 20 Jahren Führungspraxis mit bis zu 20 Mitarbeitern im eigenen Unternehmen hatte. So konnte ich den Führungskräften nicht nur die notwendige Aussenperspektive vermitteln, sondern auch die Sicht eines planenden Unternehmers und die Vorgehensweise eines pragmatischen Kaufmanns. Auch Krankenhäuser müssen seit geraumer Zeit wie Profitcenter wirtschaften und sich im Wettbewerb behaupten. Im Kontrast dazu ist der wichtigste „Kunde“ im Kinderklinikum des dritten Ordens das unschuldigste und empfindsamste Wesen, das man sich vorstellen kann. Genau dieser Spagat zwischen Mitarbeiterführung in einer notwendigen Hierarchie, strengen Etatverhandlungen mit Krankenkassen und ehrgeizigen Zielsetzungen in einer Hochleistungsmedizin auf der einen Seite und winzigen Wesen, deren leben manchmal auf der Kippe steht auf der anderen Seite reizten mich besonders diese Herausforderung des Coachings anzunehmen.

Überwältigt- ist der angemessene Ausdruck, für das, was ich erlebte, als mir der leitende Oberarzt seinen Arbeitsplatz zeigte. „Heute bekamen wir ein 450 Gramm Frühgeborenes auf die Intensivstation“ erklärte er mir und zeigte auf einen gläsernen Kasten mit angeschlossenen Schläuchen und Geräten, in dem sich ein winziges Baby befand und unbeeindruckt schlummerte.


 

 

 

 

Unvorstellbar, dass so eine Handvoll Leben mit einer vollausgebildeten Hand, die kaum so groß ist wie mein eigener Daumen und einem bald komplett funktionstüchtigen Körper in eine Schuhschachtel passen würde und viele Menschen sich besorgt darum kümmern. Nahezu utopisch erscheinend, wie die moderne Medizin und liebevolle Zuwendung aus Komplikationen immer wieder hoffnungsvolles Leben bewirken können und doch an Grenzen stoßen. So konnte ich die ungeheure Verantwortung der Ärzte und der Pflegekräfte spüren und die Perfektion, aber auch die Menschlichkeit bewundern, mit der sich ein Klinikum jeden Tag aufs Neue an die Arbeit macht. Gerade dieser Zwiespalt zwischen Technik, medizinischer Machbarkeit und Menschlichkeit macht die Qualität eines Krankenhauses aus, führt aber auch zu Spannungen und Fragestellungen, die diese Höchstleistung unter Anspannung der täglichen Herausforderung mit sich bringt.

Mir hat die Arbeit mit meinen insgesamt auf 5 Klienten erweiterte Coachingauftrag in der Kinderklinik Dritter Orden Passau Spaß gemacht und wenn als Resumee der Sitzungen Sätze kommen wie: „ Das Coaching hat mir viel gebracht und ich werde Sie gerne weiterempfehlen“ oder „meine Kollegen würden von Ihrer Arbeit auch sehr profitieren“, bin ich maximal zufrieden, weil ich offenbar in einem komplexen Umfeld doch etwas bewegen kann, was Menschen motiviert, den Umgang mit sich und anderen erleichtert, aber in jedem Fall das ganze System noch professioneller macht.

Uwe Linke, Dipl. Prozessberater, HP, Businesscoach in München


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Coaching im Kinderklinikum Passau